Christoph

Ich kann mich noch sehr gut an meine erste astrologische Beratung erinnern. Es war der 30. August 2000, ein sonniger Spätsommertag. Ich war von Leibnitz mit dem Auto nach Graz-Andritz angereist, hatte mein Auto geparkt und war nervös. Sehr nervös. Mir war bewusst, dass es sich um einen einschneidenden Punkt in meinem Leben handelte. Dies mag auf den ersten Blick als eine etwas übertriebene Reaktion erscheinen. Führt man sich aber meine damalige Lebenssituation vor Augen, wird einem klar, dass ich mich in einer Art Sackgasse befand, an einem Punkt, an dem eine Neuausrichtung meines Lebens unausweichlich geworden war.

Es war dies die Zeit meines ersten Saturn-Übergangs. Ein jeder Mensch durchlebt diese Zeit zwei, manchmal drei Mal in seinem Leben: im Alter zwischen 28 und 30, zwischen 57 und 60 und dann nochmals 27 Jahre später im hohen Alter. Saturnübergänge, wie alle Saturntransite auf persönliche Planeten im Radix, sind entscheidende Momente in unserem Leben. Es sind Momente, in denen wir aufgefordert werden, unseren bisherigen Weg zu überprüfen, uns neu zu orientieren und eine neue Etappe in Angriff zu nehmen.

Mein Gefühl hatte mich schließlich nicht getäuscht. Nach dieser Beratung sollte nichts mehr so sein wie früher. Und das war gut so. Denn die Informationen aus dieser Beratung versetzten mich endlich in die Lage, jene verdrängten, ungelebten Teile meiner Persönlichkeit aus dem Schatten ins Licht zu holen und ihnen Leben einzuhauchen, die lange latent und ungenutzt in meinem Inneren schlummerten. Wenn überhaupt, dann machten sie sich über eine große Unruhe, Angst, Unzufriedenheit und Unfälle bemerkbar.

Die Aktivierung meiner ungenutzten Eigenschaften gelang mir nicht über Nacht. Ganz im Gegenteil. Der Prozess war anfangs ein sehr mühsamer und holpriger, der mir einiges abverlangte. Aber mit jedem Schritt, den ich auf diesem neuen Weg tat, spürte ich, dass ich immer näher zu mir kam, zu meinen Wünschen und Bedürfnissen, zu dem, was mich auf einer sehr tiefen Ebene bewegte und mein Herz erfreute.

Es gab kein Abweichen mehr von diesem Weg. Ich gebe zu, ich habe es versucht. Aber ich wurde - oft recht schmerzhaft - immer wieder vom Leben darauf aufmerksam gemacht. Ich gab den Fußball auf - eine Leidenschaft, in die ich über 15 Jahre viel Zeit und Energie gesteckt hatte und die mir sehr viel Anerkennung und Bestätigung einbrachte -, schrieb mich am Institut für Psychologische Astrologie in München zur Ausbildung ein und begann neben einer NLP-Ausbildung intensiv familiensystemisch zu arbeiten. Schließlich kündigte ich meinen sicheren, aber unbefriedigenden Job, kaufte mir ein Round-the-world-ticket und bereiste ferne Länder und fremde Kulturen.

Diese Zeit war für mich wie ein Aufbruch in absolutes Neuland; eine Reise, zu mir selbst, die mir sehr viel Vertrauen, Mut und Disziplin abverlangte. Rückblickend bin ich nur froh, das ich es gewagt hatte, meinen Weg zu gehen. Ich höre oft, wie Menschen über mich sagen, ich wäre ein anderer Mensch geworden. Ich stimme dem nicht unbedingt zu, obwohl ich weiß, wie es gemeint ist. Denn für mich ist es vielmehr so, dass ich mehr ich selbst geworden bin, anders zwar als früher, aber lebendiger, authentischer, ausgeglichener. Und dieses Wissen ist eine große Erleichterung und Beruhigung für mich.

Ohne das Wissen, das ich aus der Psychologischen Astrologie gewonnen hatte, hätte ich diesen Weg nicht gewagt. Deshalb liegt mir die astrologische Arbeit auch so sehr am Herzen. Ich habe es am eigenen Leib erfahren, welche Schätze sie in uns freilegen kann. Und dabei möchte ich andere Menschen mit meinem Wissen unterstützen.